Gebäudeautomation · KNX & Funk

Ein Knopfdruck, und Licht, Rollladen und Heizung ziehen mit.

KNX-Installation und Gebäudeautomation für Licht, Beschattung, Sicherheit und Energiemanagement, als kabelgebundenes KNX-System oder als Funklösung, mit ETS-Programmierung durch die Elektrofachkraft. Für Gewerbe, Büros und Privathaushalte in Bielefeld, Halle (Westf.) und OWL.

Hand bedient ein flächenbündiges Smart-Home-Touchpanel für Licht, Beschattung und Temperatur in einem modernen Wohnraum

Leistungsumfang KNX- und Funk-Gebäudeautomation

  • Bedarfs- und Bestandsanalyse: Neubau, Kernsanierung oder bewohnter Bestand, vorhandene Leerrohre oder nicht – Grundlage für die Empfehlung KNX-Bus, Funk oder Mischsystem.
  • KNX-Buslinie: Verlegung des grünen Busleitungskabels getrennt von der 230-V-Installation, Aufbau der Linien-/Bereichstopologie mit Linienkoppler und eigener Spannungsversorgung.
  • Funk-Ergänzung oder Funk-Gesamtlösung (KNX RF) für Räume oder Gebäude, in denen sich nachträglich keine Busleitung verlegen lässt, eingebunden über einen Medienkoppler.
  • ETS-Projektierung: Anlegen der physikalischen Adressen und Gruppenadressen, Parametrierung von Aktoren, Sensoren und Logikfunktionen in der KNX-Engineering-Tool-Software.
  • Einbindung von Licht- und Beschattungsaktoren sowie Sicherheitsfunktionen wie Anwesenheitssimulation und Alarmweiterleitung in ein gemeinsames System.
  • Elektrische und digitale Schnittstelle zu Heizung, Lüftung und Klima (HLK) sowie Energiemanagement-Funktionen wie Verbrauchsvisualisierung und Lastspitzenbegrenzung – bei Nichtwohngebäuden auch mit Blick auf §71a GEG.
  • Übergabe mit ETS-Projektdatei, Gruppenadressliste und vollständiger Dokumentation, damit spätere Erweiterungen ohne Neuprogrammierung möglich sind.

KNX-Standard, Topologie und die Automatisierungspflicht fürs Gewerbe

Was den offenen KNX-Bus technisch von Funklösungen unterscheidet – und was das Gebäudeenergiegesetz für Nichtwohngebäude vorschreibt.

Normen-Grundlage KNX
ISO/IEC 14543-3 (Weltstandard) · EN 50090 · herstellerunabhängig, über 500 zertifizierte Hersteller
Busleitung (KNX TP)
Grünes Zweidraht-Kabel, getrennt von der 230-V-Installation verlegt, Datenübertragung und Kleinspannungsversorgung über dieselbe Leitung
Topologie
Max. 64 Teilnehmer je Linie · bis zu 15 Linien je Bereich über Linienkoppler · bis zu 15 Bereiche über Bereichskoppler
Leitungslängen
Max. 1.000 m Gesamtlänge je Linie · max. 700 m zwischen zwei Teilnehmern · max. 350 m vom Teilnehmer zur Spannungsversorgung
ETS-Programmierung
Engineering Tool Software: physikalische Adresse (Gerätestandort) und Gruppenadresse (Befehl/Funktion) werden getrennt projektiert und herstellerübergreifend genutzt
KNX RF (Funk)
868 MHz, Reichweite laut Herstellerangabe bis rund 30 m im Gebäude, Medienkoppler nötig für die Verbindung zum Bus
Nachrüstbarkeit im Bestand
Bus braucht Leerrohr oder offene Wand für die Leitung, Funk kommt ohne neue Leitungswege aus, dafür wand- und deckenabhängig in der Reichweite
Gebäudeautomationspflicht Gewerbe
Nichtwohngebäude mit Heiz- oder Klimaanlage über 290 kW seit 31.12.2024 pflichtig; die Schwelle wird im Zuge der laufenden Reform des Gebäudeenergierechts (GEG/GModG, Sommer 2026) weiter abgesenkt – Bußgeld bis 5.000 € bei Nichtumsetzung

Die Grenzwerte für Leitungslänge, Teilnehmerzahl und Funkreichweite sind Systemgrenzen des KNX-Standards bzw. Herstellerangaben, keine Bielektro-Vorgabe. Das Gebäudeenergierecht befindet sich 2026 im Umbau (GEG wird durch das Gebäudemodernisierungsgesetz abgelöst); die genaue Paragraphenlage und die zeitliche Staffelung der 70-kW-Schwelle werden zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme anhand der dann aktuellen Rechtslage geprüft, nicht pauschal zugesagt.

So läuft die Umsetzung

  1. Bestandsaufnahme & Systementscheidung

    Vor Ort klären wir Bauzustand (Neubau, Kernsanierung oder bewohnter Bestand), vorhandene Leerrohre und den gewünschten Funktionsumfang. Daraus folgt die Empfehlung: KNX-Bus, Funk oder eine Mischung aus beidem.

  2. Planung & ETS-Projektierung

    Gruppenadress-Struktur, Linien- und Bereichsaufteilung sowie die Schnittstellen zu Beschattung und HLK werden in der ETS angelegt, bevor ein Kabel verlegt oder ein Aktor montiert wird.

  3. Montage & Inbetriebnahme

    Busleitung bzw. Funkaktoren werden montiert, jedes Gerät wird über die ETS programmiert, alle Funktionen (Licht, Beschattung, Sicherheit, Energiemanagement) werden gemeinsam getestet.

  4. Übergabe mit Dokumentation

    Sie erhalten die ETS-Projektdatei, die Gruppenadressliste und eine Einweisung. Damit lässt sich die Anlage später erweitern, auch durch einen anderen Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Was Auftraggeber vor der Beauftragung wissen wollen.

Im Neubau oder bei einer Kernsanierung, wenn ohnehin Wände offen liegen, ist die kabelgebundene KNX-Buslinie meist die robustere und langfristig günstigere Wahl. Die Leitung wird einmal verlegt und überträgt danach ohne Batteriewechsel. Im bewohnten Bestand ohne Leerrohre spart eine Funklösung (etwa KNX RF) das Aufstemmen von Wänden, bringt dafür aber wand- und deckenabhängige Reichweite und teils Batteriewartung mit. Häufig ist eine Mischung sinnvoll: Bus dort, wo ohnehin gebaut wird, Funk dort, wo nachgerüstet wird.

KNX ist als internationaler Standard ISO/IEC 14543-3 und europäische Norm EN 50090 herstellerunabhängig. Geräte von über 500 zertifizierten Herstellern lassen sich im selben Projekt kombinieren und über die einheitliche Engineering Tool Software (ETS) programmieren. Ein herstellergebundenes Funksystem bindet Sie dagegen an das Produktsortiment eines einzigen Anbieters; fällt der Hersteller weg, wird die Erweiterung schwieriger. KNX RF ist die funkbasierte Variante desselben offenen Standards und lässt sich über einen Medienkoppler mit dem Bus verbinden.

Die ETS (Engineering Tool Software) ist das herstellerunabhängige Planungswerkzeug für KNX-Anlagen. Darin werden physikalische Adressen (welches Gerät sitzt wo im Bus) und Gruppenadressen (welcher Befehl steuert welche Funktion) angelegt und den Aktoren, Sensoren und Logikbausteinen zugeordnet. Sie erhalten die ETS-Projektdatei und die Gruppenadressliste zur Übergabe. Damit kann bei Bedarf auch ein anderer KNX-Fachbetrieb die Anlage später erweitern, ohne bei null anzufangen.

Eine KNX-Linie fasst maximal 64 Teilnehmer. Über Linienkoppler lassen sich bis zu 15 Linien zu einem Bereich zusammenschließen, über Bereichskoppler bis zu 15 Bereiche. Für ein Einfamilienhaus oder eine Bürofläche reicht in aller Regel eine einzige Linie; die mehrstufige Topologie wird erst bei größeren Gewerbeobjekten relevant.

Beschattungsaktoren für Rollladen, Jalousie oder Markise werden in der Regel direkt als KNX- oder KNX-RF-Aktoren eingebunden und lassen sich mit Sonnenstands-, Wind- und Temperaturwerten verknüpfen. Bei Heizung, Lüftung und Klima stellen wir die elektrische und digitale Schnittstelle zum jeweiligen Regler her, per Gateway oder Binäreingang, je nach Hersteller des HLK-Systems. Die Parametrierung des Reglers selbst bleibt Sache des HLK-Fachbetriebs; wir sorgen dafür, dass die Werte im Gebäudeautomationssystem ankommen und sich dort verknüpfen lassen.

Nach §71a GEG müssen Nichtwohngebäude mit einer Heizungs- oder Klimaanlage über 290 Kilowatt Nennleistung (bei mehreren Anlagen die Summe) seit dem 31. Dezember 2024 mit digitaler Energieüberwachungstechnik ausgestattet sein, die Verbräuche kontinuierlich überwacht und Effizienzverluste erkennt. Die Schwelle wird im Zuge der laufenden Reform des Gebäudeenergierechts weiter abgesenkt, der genaue Zeitplan wird zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme anhand der dann aktuellen Rechtslage geprüft. Bei Nichtumsetzung droht ein Bußgeld bis 5.000 Euro. Ob Ihr Objekt betroffen ist, klären wir anhand der installierten Heiz- und Klimaleistung.

Punktuell ja, vollständig meist nicht ohne Kompromisse. Wo Leerrohre oder ein zugänglicher Installationskanal vorhanden sind, lässt sich die Busleitung nachträglich einziehen. Wo das nicht der Fall ist, ergänzen wir die Anlage um Funkkomponenten (KNX RF, Reichweite laut Herstellerangabe bis etwa 30 Meter im Gebäude, je nach Wand- und Deckenaufbau geringer) und binden sie über einen Medienkoppler in dieselbe ETS-Projektierung ein. Das Ergebnis ist ein einheitliches System, auch wenn Bus und Funk technisch unterschiedlich übertragen.

Ja, wenn Raumzahl, Funktionsumfang (Licht, Beschattung, Sicherheit, Energiemanagement) und die Systementscheidung Bus, Funk oder Mischsystem vorab feststehen. Bei größeren Gewerbeprojekten mit mehreren Gewerke-Schnittstellen kalkulieren wir nach Aufmaß der Bestandsaufnahme. Auch dann erhalten Sie ein schriftliches Angebot, bevor montiert wird.

Fachliche Angaben und ihre Quellen
  • KNX ist als internationaler Standard ISO/IEC 14543-3 sowie als europäische Norm EN 50090 (und EN ISO 22510) anerkannt, herstellerunabhängig, mit über 500 zertifizierten Herstellern weltweit.KNX Association, Pressemitteilung „KNX launches Standard version 3.0.4“ (08/2026) – https://www.knx.org/knx-en/newsroom/news/press/20250822-knx-launches-standard-version-304/KNX-Standard-3.0.4-Press-Release-English.pdf
  • Eine KNX-Linie (Twisted Pair) fasst maximal 64 Teilnehmer; über Linienkoppler lassen sich bis zu 15 Linien zu einem Bereich verbinden, über Bereichskoppler bis zu 15 Bereiche.Voltimum Deutschland, „KNX-Grundlagenwissen Teil 3: Die KNX-Topologie“ – https://www.voltimum.de/artikel/knx-grundlagenwissen-teil-3-knx-topologie
  • Maximale Leitungslängen im KNX-TP-Bus: 1.000 m Gesamtlänge je Linie, 700 m zwischen zwei beliebigen Teilnehmern, 350 m von einem Teilnehmer zur nächsten Spannungsversorgung.Voltimum Deutschland, „KNX-Grundlagenwissen Teil 3: Die KNX-Topologie“ – https://www.voltimum.de/artikel/knx-grundlagenwissen-teil-3-knx-topologie
  • ETS (Engineering Tool Software) ist das herstellerunabhängige Planungs- und Inbetriebnahme-Werkzeug für KNX-Anlagen, in dem physikalische Adressen und Gruppenadressen für alle Geräte projektiert werden.CASAIO, „ETS 6 im Fokus: Projektierung, Neuerungen, Preise“ – https://www.casaio.de/blog/ets-6-im-fokus-was-kann-die-aktuelle-smart-home-software/
  • KNX RF (Funk) überträgt auf 868 MHz mit einer Reichweite von laut Herstellerangaben bis zu rund 30 m im Gebäude; zur Kommunikation mit dem drahtgebundenen KNX-Bus ist ein Medienkoppler nötig, drahtgebundene Nachrüstung im Bestand erfordert dagegen Leerrohre oder offene Wände.BauNetz Wissen, „Nachrüstung eines KNX-Systems im Bestand“ – https://www.baunetzwissen.de/elektro/fachwissen/smart-home/nachruestung-eines-knx-systems-im-bestand-9982968
  • Nichtwohngebäude mit Heizungs- oder Klimaanlagen über 290 kW Nennleistung (bei mehreren Anlagen die Summe) müssen seit dem 31.12.2024 nach §71a GEG mit digitaler Energieüberwachungstechnik ausgestattet sein, die Verbräuche kontinuierlich überwacht, protokolliert und Effizienzverluste erkennt; Neubauten benötigen zusätzlich Automatisierungsgrad B nach DIN V 18599-11.§71a Gebäudeenergiegesetz (GEG) – https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__71a.html
  • Die Schwelle des §71a GEG sinkt nach der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) bis Ende 2029 auf Nichtwohngebäude mit Heizungs-, Lüftungs- oder Klimaanlagen über 70 kW Nennleistung; bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Nichtumsetzung droht nach §108 GEG eine Geldbuße bis 5.000 Euro.Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, „Verpflichtung zur Gebäudeautomation in Nichtwohngebäuden (§71a GEG)“ – https://www.klimaschutz-niedersachsen.de/aktuelles/Verpflichtung-zur-Gebaeudeautomation-in-Nichtwohngebaeuden-71a-GEG-4164
  • Rückmeldung in der Regel am selben oder nächsten Werktag; Festpreis bei klar definierbarem Leistungsumfang.Bielektro MARKE.md / Bestandsseite bielektro.de FAQ (O-Ton, verifiziert 23.07.2026)
  • Bielektro GmbH (Amtsgericht Gütersloh, HRB 14595): Anmeldung und Inbetriebsetzung der Kundenanlage über einen eingetragenen Installationspartner; die vertragliche Verantwortung bleibt bei Bielektro.AGB der Bielektro GmbH, Fassung 4.1, Stand 22.09.2026, § 4

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