Ratgeber · Hauselektrik

Was kostet es, die Elektrik im Haus zu erneuern?

Kurz beantwortet

Einen Festpreis gibt es nicht. Hersteller- und Kostenratgeber nennen für eine komplette Elektrosanierung im Altbau meist rund 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern also etwa 10.000 bis 20.000 Euro. Einzelne Arbeiten liegen darunter: Für die Erneuerung eines Sicherungskastens werden etwa 1.000 bis 2.000 Euro genannt, für einen neuen Zählerschrank im Einfamilienhaus meist 1.800 bis 5.500 Euro. Den Preis bestimmen vor allem Umfang, Baujahr und Zustand der Anlage, die Zahl der Stromkreise, Stemm- und Putzarbeiten sowie die Vorgaben des Netzbetreibers. Bielektro begleitet Sie von der Einschätzung bis zur Inbetriebnahme; Arbeiten, die eine Eintragung beim Netzbetreiber voraussetzen, erbringen wir über unseren eingetragenen Installationspartner – die Verantwortung Ihnen gegenüber bleibt bei uns.

Unterverteilung und Sicherungskasten

Im Sicherungskasten, fachlich Unterverteilung, sitzen Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzschalter. Wird nur dieser Kasten modernisiert, nennt ein Kostenportal rund 1.000 bis 2.000 Euro. Das Gehäuse selbst kostet laut derselben Quelle nur rund 20 bis 100 Euro; in ihrem Rechenbeispiel entfällt der größte Teil auf die Arbeitskosten.

Teurer wird es, wenn beim Umbau zusätzliche Mängel sichtbar werden. Ein Hersteller-Ratgeber empfiehlt deshalb, bei einer Teilsanierung einen Puffer für unerwartete Kosten einzuplanen.

Zählerschrank nach VDE-AR-N 4100

Der Zählerschrank ist nicht dasselbe wie der Sicherungskasten. Wie Zählerplätze in Kundenanlagen aufgebaut sein müssen, regelt die technische Anschlussregel VDE-AR-N 4100 (TAR Niederspannung). Seit April 2026 gilt eine neue Ausgabe, die unter anderem die Vorgaben für neue Zählerplätze und die digitale Steuerung von Wärmepumpen, Wallboxen und Speichern weiterentwickelt. Zusätzlich darf Ihr Netzbetreiber nach § 20 NAV eigene technische Anschlussbedingungen festlegen.

Die Regel gilt für Neuanschlüsse, Erweiterungen und Änderungen. Kommt eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder mehr Anschlussleistung hinzu, verlangen Netzbetreiber wie die Netze BW, dass eine Elektrofachkraft prüft, ob die Hausinstallation dafür geeignet ist. Für einen neuen Zählerschrank im Einfamilienhaus nennt ein Kostenportal rund 2.500 bis 5.500 Euro, für einen einfachen Austausch 1.800 bis 3.200 Euro.

Errichtung, Erweiterung und Änderung der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 NAV nur der Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Unternehmen ausführen. Bielektro begleitet Sie von der Einschätzung bis zur Inbetriebnahme; Arbeiten, die eine Eintragung beim Netzbetreiber voraussetzen, erbringen wir über unseren eingetragenen Installationspartner – die Verantwortung Ihnen gegenüber bleibt bei uns.

Leitungen und Stromkreise

Bei einer Vollsanierung werden Leitungen, Steckdosen, Schalter und Stromkreise neu geplant. Wie viele Steckdosen und Anschlüsse vorgesehen werden, beschreiben Ausstattungswerte nach RAL-RG 678: Für ein 20 Quadratmeter großes Wohnzimmer nennt ein Hersteller-Ratgeber beim Mindeststandard (Ausstattungswert 1) vier Steckdosen, beim Ausstattungswert 3 zehn. Mehr Ausstattung bedeutet mehr Material und Arbeitszeit.

Die Stromkreise sollen so aufgeteilt werden, dass bei einem Fehler nur ein kleiner Teil der Anlage abschaltet. Das verlangt laut DKE auch eine Verteilung auf mehrere Fehlerstrom-Schutzschalter.

Stemm- und Putzarbeiten

Neue Leitungen unter Putz brauchen Schlitze und Dosen in der Wand, die danach wieder verputzt und gestrichen werden. Diese Arbeiten fallen je nach Wandbaustoff und Umfang sehr unterschiedlich aus; belastbare Einheitspreise lassen sich dafür nicht seriös pauschal angeben. Klären Sie im Angebot, ob Stemmen, Verputzen und Malerarbeiten enthalten sind.

Wer Wände nicht öffnen möchte, kann Leitungen in bestimmten Räumen auch auf Putz in Kabelkanälen führen. Das senkt den Aufwand für Putzarbeiten, verändert aber die Optik.

Wohnfläche und Baujahr

Die Wohnfläche ist der gängigste Maßstab: Genannt werden rund 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter für eine komplette Sanierung im Altbau und etwa 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter im Neubau. Ein Hersteller-Ratgeber rechnet für ein Einfamilienhaus von 1972 mit 130 Quadratmetern und gehobener Ausstattung 14.700 Euro vor, also rund 113 Euro pro Quadratmeter.

Das Baujahr zählt, weil sich die Schutztechnik über die Jahrzehnte geändert hat. In Gebäuden bis etwa 1970 findet man laut der Initiative ELEKTRO+ gebietsweise noch die „klassische Nullung“, die seit 1973 nicht mehr zulässig ist. Mit ihr ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter für den Fehlerschutz nicht einsetzbar. ELEKTRO+ empfiehlt dringend, bei Modernisierungen für die betroffenen Stromkreise Leitungen mit getrenntem Neutral- und Schutzleiter zu verlegen.

Wann Bestandsschutz endet

Eine ältere Anlage muss nicht allein deshalb erneuert werden, weil sich Normen geändert haben. Bestandsschutz setzt laut ELEKTRO+ aber voraus, dass die Anlage bei der Errichtung den damaligen Normen entsprach, unter den ursprünglichen Bedingungen betrieben wird und keine Mängel mit Gefahr für Leib, Leben oder Sachen bestehen. Im Zweifel gilt: Anpassung geht vor Bestandsschutz.

Nach derselben Quelle kann für eine Anlage am Ende ihrer Lebensdauer, üblicherweise nach 40 Jahren Betriebszeit, grundsätzlich kein Bestandsschutz mehr geltend gemacht werden. Wird eine Anlage geändert oder erweitert, gelten für den geänderten Teil die aktuellen Normen, etwa DIN VDE 0100-410 mit ihren Anforderungen an Fehlerstrom-Schutzschalter.

Marktübliche Kostenorientierung (Marktangaben Dritter mit Quelle, keine Bielektro-Preise)

KostenblockMarktübliche SpanneBeispielquelle
Komplette Elektrosanierung Altbauca. 80 – 150 € pro m² Wohnflächegira.de, wohnglueck.de
Elektroinstallation Neubauca. 50 – 100 € pro m² Wohnflächewohnglueck.de
Einfamilienhaus mit 130 m², Vollsanierungca. 10.000 – 20.000 €gira.de
Sicherungskasten (Unterverteilung) erneuernca. 1.000 – 2.000 €kostencheck.de
Zählerschrank, einfacher Austauschca. 1.800 – 3.200 €fachleute24.de
Zählerschrank, Standard-Erneuerung Einfamilienhausca. 2.500 – 5.500 €fachleute24.de
Zusätzliche Leitungs- oder Verteileranpassungenca. 400 – 2.500 €fachleute24.de
Stundensatz Elektrikerca. 60 – 80 €, teils bis 95 €gira.de, wohnglueck.de, fachleute24.de
Anfahrtca. 40 – 110 €gira.de

Alle Angaben sind Marktbeispiele von Ratgeber- und Kostenportalen (abgerufen September 2026) – keine Preise von Bielektro. Für Stemm- und Putzarbeiten nennen die Quellen keine belastbaren Einheitspreise. Die tatsächlichen Kosten ergeben sich erst aus einer Bestandsaufnahme vor Ort.

Direkt anschließende Fragen

Hersteller- und Kostenratgeber nennen für eine Vollsanierung im Altbau rund 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei 130 Quadratmetern entspricht das etwa 10.000 bis 20.000 Euro. Ausstattung, Zustand und Putzarbeiten können die Summe deutlich verschieben.

Ein Kostenportal nennt für die Modernisierung des Sicherungskastens rund 1.000 bis 2.000 Euro. Muss zusätzlich der Zählerschrank angepasst werden, liegen die Marktangaben deutlich höher.

Nein. Im Zählerschrank sitzt der Stromzähler, sein Aufbau richtet sich nach der VDE-AR-N 4100 und den Anschlussbedingungen des Netzbetreibers. Die Unterverteilung, umgangssprachlich Sicherungskasten, enthält die Schutzschalter der einzelnen Stromkreise. Beides kann im selben Schrank oder getrennt verbaut sein.

Nicht automatisch. Die Anschlussregel gilt für Neuanschlüsse, Erweiterungen und Änderungen. Kommen etwa Wärmepumpe, Wallbox oder mehr Anschlussleistung hinzu, prüft eine Elektrofachkraft, ob Zählerplatz und Hausinstallation dafür geeignet sind.

Eine feste gesetzliche Altersgrenze gibt es nicht. Die Initiative ELEKTRO+ nennt eine übliche Betriebszeit von 40 Jahren, danach könne Bestandsschutz grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht werden. Ein Hersteller-Ratgeber empfiehlt, die Elektrik spätestens alle 35 Jahre prüfen und erneuern zu lassen.

Errichtung, Erweiterung und Änderung der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 NAV nur der Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen ausführen. Bielektro begleitet Sie von der Einschätzung bis zur Inbetriebnahme; Arbeiten, die eine Eintragung beim Netzbetreiber voraussetzen, erbringen wir über unseren eingetragenen Installationspartner – die Verantwortung Ihnen gegenüber bleibt bei uns.

Belege für die Angaben auf dieser Seite
  • Bielektro GmbH (Amtsgericht Gütersloh, HRB 14595): Anmeldung und Inbetriebsetzung der Kundenanlage über einen eingetragenen Installationspartner; die vertragliche Verantwortung bleibt bei Bielektro.AGB der Bielektro GmbH, Fassung 4.1, Stand 22.09.2026, § 4
  • Komplette Elektrosanierung durchschnittlich 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche; Einfamilienhaus mit 130 m² ungefähr 10.000 bis 20.000 Euro; Stundensatz 60 bis 80 Euro, Anfahrt 40 bis 110 Euro; Beispiel Einfamilienhaus 1972, 130 m²: 14.700 Euro (113 €/m²); Budgetpuffer bei Teilsanierung; Ausstattungswerte nach RAL-RG 678 (20 m² Wohnzimmer: Ausstattungswert 1 vier, Ausstattungswert 3 zehn Steckdosen); Aufputz-Verlegung ohne Aufstemmen; Empfehlung, die Elektrik spätestens alle 35 Jahre prüfen und erneuern zu lassen.Gira, „Elektrik im Haus erneuern: Kosten & Ratgeber 2026“ – https://www.gira.de/g-pulse-magazin/bauplanung/elektrik-im-haus-erneuern-kosten
  • Elektrosanierung Altbau ca. 80 bis 150 Euro pro m², Neubau ca. 50 bis 100 Euro pro m²; Stundenlohn Facharbeiter ca. 60 bis 80 Euro.Wohnglück, „Elektrik im Haus erneuern: Kosten, Förderung & Tipps“ – https://wohnglueck.de/artikel/neue-elektrik-kosten
  • Modernisierung des Sicherungskastens rund 1.000 bis 2.000 Euro; Gehäuse rund 20 bis 100 Euro; Beispiel Haus frühe 1980er: Material 270 Euro, Arbeit 1.010 Euro.kostencheck.de, „Sicherungskasten erneuern – Kosten“ – https://kostencheck.de/sicherungskasten-erneuern-kosten
  • Zählerschrank erneuern: einfacher Austausch ca. 1.800 bis 3.200 Euro, Standard-Erneuerung Einfamilienhaus ca. 2.500 bis 5.500 Euro, umfangreiche Anlage ca. 4.500 bis 8.500 Euro; Stundensätze 60 bis 95 Euro; Leitungs- oder Verteileranpassungen 400 bis 2.500 Euro.fachleute24.de, „Zählerschrank erneuern Kosten: Preise & Beispiele“ – https://fachleute24.de/elektriker/kosten-zaehlerschrank-erneuern
  • VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2026-04 „Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung)“; ersetzt VDE-AR-N 4100:2019-04, Berichtigung 1:2019-10 und VDE-AR-N 4100/A1:2024-07.VDE Verlag, Produktseite VDE-AR-N 4100:2026-04 – https://www.vde-verlag.de/p/normen/vde-ar-n-4100-vde-ar-n-4100-anwendungsregel-2026-04/0100932-DE-PR
  • VDE FNN hat die TAR Niederspannung zum März 2026 überarbeitet; im Zentrum stehen die Vorgaben für neue Zählerplätze und die digitale Steuerung von Speichern, Wärmepumpen und Wallboxen; die VDE-AR-N 4100 gilt für Neuanschlüsse, Erweiterungen und Änderungen von Kundenanlagen.VDE FNN, Pressemitteilung vom 24.03.2026 – https://www.vde.com/resource/blob/2460490/5b65b212e4acbd00085bc872dc044eaf/2026-03-25-fnn-niederspannung-pm-pdf-data.pdf sowie „Technische Anschlussregeln für die Niederspannung“ – https://www.vde.com/de/fnn/themen/tar/tar-niederspannung
  • Bei Leistungserhöhung oder neuen Geräten muss eine Elektrofachkraft prüfen, ob die Hausinstallation für die erhöhte Leistung geeignet ist; private Wallboxen und Wärmepumpen sind als steuerbare Verbrauchseinrichtungen beim Netzbetreiber zu melden.Netze BW, „Netzanschluss ändern“ (Beispiel eines Netzbetreibers) – https://www.netze-bw.de/netzanschluss/aendern
  • Arbeiten an der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden (Instandhaltungsarbeiten außerhalb des Abschnitts Hausanschlusssicherung bis Messeinrichtung ausgenommen). Nach § 20 NAV darf der Netzbetreiber Technische Anschlussbedingungen festlegen.§ 13 und § 20 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) – https://www.gesetze-im-internet.de/nav/__13.html und https://www.gesetze-im-internet.de/nav/__20.html
  • Voraussetzungen des Bestandsschutzes; „Im Zweifelsfall gilt: Anpassung geht vor Bestandsschutz“; Anlage am Ende der Lebensdauer (Betriebszeit üblicherweise 40 Jahre) ohne Bestandsschutz; klassische Nullung in Gebäuden bis ca. 1970, seit 1973 nicht mehr zulässig, RCD für den Fehlerschutz damit nicht möglich, Empfehlung neuer Leitungen mit getrenntem Neutral- und Schutzleiter.ELEKTRO+, „Bestandsschutz – Grundlagen“ – https://www.elektro-plus.com/elektroplanung/bestandsschutz/grundlagen und „Anpassen elektrischer Anlagen“ – https://www.elektro-plus.com/elektroplanung/bestandsschutz/anpassen-elektrischer-anlagen
  • DIN VDE 0100-410:2018-10 ist für neue Anlagen sowie für Änderungen und Erweiterungen bestehender Anlagen vorgesehen; Stromkreise sind auf mehrere Fehlerstrom-Schutzschalter aufzuteilen, damit im Fehlerfall nur ein kleiner Teil der Kundenanlage abgeschaltet wird.DKE, „Erläuterungen zum Konzept von DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10“ – https://www.dke.de/resource/blob/1955610/b837e9e658e5469b891a03bdcc36b3df/konzept-din-vde-0100-410-pdf-data.pdf
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